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Dienstag, 21.09.2021

Gjirokastër

19.-21.8.2010

Gjirokastër (oder Gjirokastra, gesprochen dschiro...) ist eine wunderbare mittelalterliche Stadt mit engen Gassen, Burg, Museen (und natürlich einer modernen geschäftigen Neustadt). Es erinnerte uns stark an Tübingen. Hier könnte man leben und will gar nicht wieder weg, und hier entschlossen wir uns auch, unseren Urlaub um eine Woche zu verlängern.

Wir ergatterten ein Zimmer in einem liebevoll renovierten "Festungshaus" traditioneller Bauart mit osmanischer Innenarchitektur und -einrichtung. Die Festungshäuser zeichnen sich dadurch aus, dass das Erdgeschoss aus großen Steinblöcken mit nur einem winzigen Eingang errichtet ist, also wie massive Burgmauern nur schwer von den wohl zahlreichen Angreifern einnehmbar. Osmanische Innenarchitektur ist islamisch geprägt: öffentlicher und nichtöffentlicher Bereich sind streng getrennt, der Frauenbereich gehört zum nichtöffentlichen Teil ("haram"). Die Sanitärkonzeption ist meist sinnvoller als in alten christlich-europäischen Häusern. Das Gästezimmer ist zum Ausdruck der Gastfreundschaft und zur Repräsentation groß und reich geschmückt, mit einem interessanten Detail: Gucklöcher vom Frauenbereich aus, damit die Damen des Hauses entweder wussten, wann Tee serviert werden konnte, oder die Tochter den künftigen Ehemann heimlich in Augenschein nehmen konnte, während die Eltern "verhandelten".

Die Festung auf dem Berg beinhaltet heute ein Museum und eine Tekke, der große Burghof ist als Festivalgelände ausgebaut.